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Landtagswahl 2019

Kommentar der Studierenden der HfK Dresden zu aktuellen politischen Entwicklungen im Hinblick auf die Landtagswahlen 2019

Nur wenige Menschen auf der Welt haben das Privileg, über die Zukunft ihres Landes so mitbestimmen zu können wie wir.

Dieses Privileg bringt die Verantwortung mit sich, sich vor entscheidenden Wahlen, wie sie im Herbst im Freistaat anstehen, genau zu informieren und wohlüberlegt zu entscheiden. Niemand sollte sich und seine Überzeugungen von Meinungsmache oder Populismus beeinflussen lassen.

Mit großer Sorge und etwas Angst sehen wir als junge Christen und zukünftige Musiker im Kirchendienst auf die bedenklichen Tendenzen, die sich in Sachsen, Deutschland und der gesamten Europäischen Union einen Weg bahnen. Durch eine gezielt auf Provokation ausgerichtete Strategie schafft es die AfD, auch in Kirchenkreisen viele Sympathisanten und Wähler für sich zu gewinnen. Die Partei erhebt in einigen Aussagen geradezu einen exklusiven Anspruch auf das Christentum als Teil der abendländischen Kultur, stellt die Einwanderungswelle als beinahe apokalyptischen Zustand hin. Dass dieselbe Partei mittlerweile auch im Bundestag mit rechtsradikalen Kräften konform geht und sich – insbesondere in Dresden – mit Gruppierungen auf die Straße stellt, deren Parolen christlichen Wertevorstellungen zutiefst widersprechen, können und wollen wir als Teil der Kirche nicht unkommentiert lassen.

Wir möchten auch in Zukunft in einem Land leben, in dem Nächstenliebe über Hautfarbe oder Herkunft steht, in dem man seinen Glauben ausleben und seine Meinung äußern darf, in dem die Kunstfreiheit geachtet wird und in dem man alles daran setzt, die Schöpfung für kommende Generationen zu bewahren. In den 96 Seiten Wahlprogramm der AfD findet sich in unseren Augen nichts Christliches, auch keine so propagierte „Schnittmenge“ mit christlichen Überzeugungen. Ihre Verantwortlichen schüren Misstrauen, Ängste und Hass – sie treiben Keile zwischen Menschen, wo Christen Nächstenliebe und Offenheit walten lassen und der Abgrenzung in jede Richtung ein Ende bereiten sollten.

Wir möchten deshalb alle Christen in unserem Land, alle Mitarbeiter der Landeskirche und alle Politiker aufrufen, sich noch stärker als bisher für christliche sowie demokratische Werte einzusetzen. Wir ersuchen jeden Einzelnen, wachsam zu entscheiden und verantwortungsbewusst ein Kreuz zu setzen.
Vor allem jedoch möchten wir dazu aufrufen, sich selbst aktiv für all jenes einzusetzen, die Gespräche und den Diskurs miteinander niemals versiegen zu lassen, offen für Toleranz, Nächstenliebe und Freiheit einzustehen und diese Werte mit aller Kraft zu verteidigen.

Die Studierenden der Hochschule für Kirchenmusik Dresden

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